Obwohl gemeinhin die Concorde als Wahrzeichen des Technik Museums Sinsheim bezeichnet wird, ist die direkt daneben ausgestellte Tu-144 das noch beeindruckendere Exponat. Die CCCP-77112 ist das einzige der ursprünglich sechzehn gebauten Exemplare, was außerhalb Russlands ausgestellt ist. Der Erstflug der Tu-144 aus Sinsheim erfolgte 1979. Für Aeroflot flog die Maschine nur zwei Jahre, am 12. November 1981 erfolgte bereits der letzte Flug. Nur 87 Flüge insgesamt absolvierte der Jet und davon nur 29 mit Überschallgeschwindigkeit. Nach dem Absturz der Schwestermaschine CCCP-77111, 1978, fungierte die CCCP-77112 als Test- und Zulassungsmaschine für die modifizierte Version D. Diese verfügte aufgrund stärkerer Triebwerke eine gesteigerte Reichweite von 5330 Kilometern bei maximaler Zuladung (die Concorde schaffte 6470 Kilometer). Nach 50 Testflügen wurden aber keine Passagierflüge mehr mit der Version D aufgenommen und das gesamte Programm schließlich 1983 eingestellt. Bis zum Jahr 2000 war die Tu-144 in Moskau abgestellt und wurde schließlich durch das Technik Museum erworben und auf dem Seeweg nach Deutschland gebracht. Das Tu-144-Programm wurde von der Sowjetunion als Gegenstück zum Concorde-Programm entwickelt. Der Erstflug erfolgte am 31. Dezember 1968 und damit vor der Concorde (2. März 1969). Gegenüber dem Concorde-Programm, welches 27 Jahre kommerzielle Passagierflüge durchführte, waren die Tu-144 nur auf insgesamt 102 kommerziellen Flügen unterwegs (ab 1975), wovon nur 55 ab 1977 mit Passagieren erfolgten. Die restlichen waren Frachtflüge. Eine einzelne "Charger", so der NATO-Codename, flog in den 90ern auch in einem Überschalltestprogramm der NASA.
Willkommen auf unserem Spotter-Blog. Auf dieser Seite präsentieren die Spotter vom HHS-Aviation-Team ihre Fotos aus aller Welt. Über die Suchfunktion können einzelne Airlines oder Flugzeuge mit Registrierung und Typ gesucht werden. Zusätzlich verfügen alle Posts mit dem jeweiligen Airport über eine Verlinkung. Viel Spaß!
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Aeroflot Soviet Airlines - Tupolev Tu-144D, CCCP-77112, c/n 40185/07-1, in Sinsheim
Technik Museum Sinsheim - Percival P-66 Pembroke C54, D-CAKE, c/n P66-93, in Sinsheim
Die P-66 Pembroke wurde 1952 von Percival Aircraft (später Hunting Percival) aus der Percival Prince entwickelt. Als Ersatz für die kleinere Avro Anson kamen die Maschinen bei der Royal Air Force zum Einsatz. Mit Deutschland, Belgien, Finnland, Dänemark, Malawi, Rhodesien (heute Simbabwe), Sambia, Schweden und Sudan nutzten weitere Länder das Muster im militärischen Dienst. Die C54 war die Exportvariante für die Luftwaffe, wo die D-CAKE als AS+552 ab 1957 eingesetzt wurde. Ihre zivile Registrierung erhielt sie 1969. Ab 1977 war die Maschine in Hofheim ausgestellt, bevor sie 1993 nach Sinsheim kam.
Luftwaffe Deutschland - Fiat G.91R3, 32+64, c/n D534, in Sinsheim
Die 32+64 flog bei der deutschen Luftwaffe unter den Registrierungen KD+524, DG+309, MR+309 und MA+309. 1968 erhielt sie ihre letzte Registrierung, mit der sie seit dem Jahr 1994 auch im Technik Museum Sinsheim ausgestellt ist. Die G.91-Familie wurde ab 1958 von Fiat als Aufklärungsmaschine und Erdkämpfer konzipiert und war vor allem bei den italienischen, westdeutschen und portugiesischen Streitkräften im Einsatz. Die Version R3 war eine Jagdbomberversion der Luftwaffe und mit zwei 30mm-Kanonen bewaffnet.
Luftwaffe Tschechien - Aero Vodochody L-39ZO Albatros, c/n 232301, in Sinsheim
Im Innenhof des Museums, gegenüber des Haupteingangs, stürzt sich diese Albatros auf die Gäste des Museumrestaurants. Die ehemalige 175 der Nationalen Volksarmee der DDR ist Baujahr 1982 und flog von 1990 bis 1991 noch bei der bundesdeutschen Luftwaffe als 28+27. Seit 1991 hat sie ihren Platz in Sinsheim. Seit 1971 baute die tschechische (früher tscheslowakische) Let über 2900 Maschinen des Trainers, der auch als leichtes Erdkampfflugzeug genutzt wird. Nach siebenundzwanzigjähriger Unterbrechung der Produktion wurde diese 2023 wieder aufgenommen. Nachfolgemuster sind die L-59 und die L-159.
Luftwaffe Deutschland - Lockheed F-104G Starfighter, 22+49, c/n 683-7129, in Sinsheim
Dieser Starfighter behielt seine militärische Lackierung und zuletzt genutzte Registrierung auch in Sinsheim, wo er seit 1986 ausgestellt ist. Mit Baujahr 1963 war die F-104 dreiundzwanzig Jahre bei der Luftwaffe im Einsatz, zunächst unter den Registrierungen KE-429 und DD+121. Von den über 2500 gebauten Starfightern war die Jagdbomber-Version G die erfolgreichste und wurde auch von Canadair und MBB in Lizenz gebaut.
Technik Museum Sinsheim - De Havilland DH.104 Dove 7, c/n 04530, in Sinsheim
Mit 544 gebauten Maschinen war die Dove eines der erfolgreichsten britischen Nachkriegs-Muster. Die Kurzstreckenmaschinen verfügten über keine Druckkabine und wurden von 1946 bis 1967 gebaut. Die Dove in Sinsheim flog zuvor für die irischen Luftstreitkräfte mit der Registrierung 194, bevor sie 1980 ins zivile britische Register übertragen wurde (ex G-ARUE). Die Dove 7 verfügte über stärkere Triebwerke als die Dove 5 und bot bis zu elf Passagieren Platz.
Technik Museum Sinsheim - Piasecki H-21C Shawnee, c/n WG17, in Sinsheim
Die H-21 von Piasecki wurde aufgrund des eigenwilligen Designs umgangssprachlich auch als "fliegende Banane" bezeichnet. Der Helikopter bot bis zu zwanzig Passagieren neben einer Zwei-Mann-Besatzung Platz. Die Produktion erfolgte von 1952 bis 1959. Das in Sinsheim ausgestellte Exemplar ist ein Lizenzbau von Weser-Flugzeugbau und war zuvor bei den westdeutschen Streitkräften unter der Registrierung 83+17 im Einsatz.
Luftwaffe Schweiz - De Havilland DH.112 Venom FB54, J-1798, c/n 968, in Sinsheim
Die Venom war eine Weiterentwicklung der Vampire von De Havilland, einem der ersten strahlgetriebenen Jagdflugzeuge der Alliierten. 1949 erfolgte der Erstflug des Musters, was über ein stärkeres Triebwerk gegenüber der Vampire verfügte. Die J-1798 träg die Lackierung der schweizer Luftstreitkräfte, bei denen die Maschine auch im Einsatz stand. Insgesamt drei Maschinen sind in Sinsheim ausgestellt.
Sécurité Civile - Canadair CL-215A, 26, c/n 1026, in Sinsheim
125 Exemplare der CL-215 konstruierte Canadair ab 1969. Die Amphibienflugzeuge verfügen über zwei Rumpftanks mit einem Fassungsvermögen von rund 5500 Litern und wurden speziell zur Feuerbekämpfung entwickelt. Die ehemalige F-ZBBH des französischen Zivilschutzes wird auf dem Dach von Halle 1 präsentiert und ist begehbar. Die Lackierung der Sécurité Civile mitsamt der Nummer 26 (hier durch die Treppe verdeckt) ist unverändert zur aktiven Zeit, wo die Maschine den Rufnamen "Pelican 26" trug.
Luftwaffe Großbritannien - North American AT-6A Texan, FT454, c/n 14-555, in Sinsheim
Knapp 15.000 (!) Exemplare wurden von der Texan in nur fünf Jahren zwischen 1939 und 1944 konstruiert. Die Maschinen fungierten als Schulflugzeuge für die Jagdpiloten des Zweiten Weltkriegs. In Sinsheim ist die Maschine schon seit 1983 ausgestellt. Die falsche Lackierung der britischen Royal Air Force erhielt sie ein paar Jahre später. Bei der AT-6 handelt es sich um Lizenzbauten durch die kanadische Noorduyn, die auch als Harvard bezeichnet wurden. 1943 war die Maschine zunächst bei der US Army Air Force im Einsatz wurde dann unter der Registrierung FE821 an die kanadische Luftwaffe transferiert. Nach dem Krieg flog sie ab 1946 zweiundzwanzig Jahre bei den niederländischen Streitkräften (B-164).
Technik Museum Sinsheim - Zlin Z-37A Cmelak, c/n 04-07, in Sinsheim
Baujahr 1968 ist die ehemalige D-ESMU. Die Cmelak (Hummel) wurde von 1965 mit Unterbrechung bis 1985 gebaut, über 650 Exemplare wurden ausgeliefert. Primär flogen die Maschinen im Agrardienst, auch als Schleppflugzeuge und Beobachtungsflugzeuge fanden sie Verwendung. Das in Sinsheim ausgestellte Exemplar flog ab 1968 bei der Interflug unter den Registrierungen DM-SMU und DDR-SMU. 1990 übernahm dann Flugservice Berlin die Maschine für ein Jahr als D-ESMU. Seit 1998 gehört sie zur Sammlung in Sinsheim. Zuvor wurde die Maschine aus Teilen der DDR-SUU wieder aufgebaut.
Luftwaffe Deutsches Reich - CASA C-352L, RJ+NP, c/n 50, in Sinsheim
In Sinsheim sind zwei Ju-52 ausgestellt. Die RJ+NP wird bei den Militär-Exponaten in Halle 1 präsentiert, die zweite Maschine steht auf dem Dach der Halle 2, neben der Concorde und weiteren Maschinen. Die Maschine hier wurde als spanischer Lizenzbau von CASA als C-352L konstruiert und war auch unter der Registrierung T.2B-140 bei den spanischen Luftstreitkräften bis 1984 im Dienst. Nach zwei Jahren in den USA, bei der Military Aircraft Restoration Corporation aus Anaheim, Kalifornien, übernahm das Technik Museum die Maschine 1986.
Technik Museum Sinsheim - Sukhoi Su-22M4, 798, c/n 31406, in Sinsheim
Sehr auffällig präsentiert das Museum Sinsheim diese Su-22 in Unikat-Lackierung. Ursprünglich trug die Maschine bei der NVA ab 1984 die Registrierung 704 und zuletzt 25+20 bei der Luftwaffe. Seit 1993 ist sie in Sinsheim ausgestellt. Die Su-22 wurde als Jagdbomber konzipiert und basiert auf der Su-17. Sie ist ebenfalls mit Schwenkflügeln ausgestattet und war seit 1971 überwiegend bei den Streitkräften des Warschauer Pakts im Einsatz.
Technik Museum Sinsheim - Zlin Z-381 Bestmann (Bü-181), HB-USE, c/n 325, in Sinsheim
Die Beschreibungen im Museum Sinsheim sind nicht immer akkurat. Die HB-USE wird als Bücker Bü-181 beschrieben, tatsächlich handelt es sich aber um einen Lizenzbau von Zlin. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Muster auch von Fokker für die Luftwaffe des Deutschen Reichs konstruiert. Die Bü-181 war als Trainer konzipiert und bot erstmals ein geräumiges und geschlossenes Cockpit mit Tandemsitzen. Die Indienststellung erfolgte 1940, über 3600 Maschinen wurden bis weit in die 50er Jahre gebaut.
Luftwaffe Belgien - Lockheed T-33A Shooting Star, FT-15, c/n 580-1678, in Sinsheim
Die T-33 gehört zu den auf dem Museumsparkplatz ausgestellten Maschinen. Die Lackierung der belgischen Streitkräfte wurde nachträglich angepasst. Zuvor trug der Jet eine an das Design der Kunstflugstaffel Blue Angels der US Navy angelehnte Lackierung. Tatsächlich war der Jet zuletzt unter der Registrierung JD-397 bei der deutschen Luftwaffe im Einsatz. 2002 kaufte das Museum die T-33 mit Baujahr 1958. Von der T-33 wurden ab 1957 binnen zehn Jahren über 5600 Exemplare konstruiert, die primär als Trainer fungierten. Zusätzliche Lizenzbauten erfolgten durch die kanadische Canadair und Kawasaki aus Japan.
Air France - Aérospatiale-BAC Concorde 101, F-BVFB, c/n 207, in Sinsheim
Eines der Highlights des Technik Museums Sinsheim ist diese Concorde der Air France, welche 1976 ausgeliefert wurde. Nach ihrer Ausmusterung, 2003, übernahm das Museum den Jet, womit die Air France-Concorde auch die einzige außerhalb Frankreichs in Europa offiziell ausgestellte ist. Abgesehen von zwei Maschinen (eine verunglückt in 2003, die andere verschrottet) wurden alle Concorde in Museen ausgestellt, überwiegend in Frankreich und Großbritannien. Drei wurden in die USA gebracht, eine ist auf Barbados ausgestellt. Nach der Landung in Baden-Baden wurde die F-BVFB per Schiff bis nach Speyer und zuletzt per Schwertransport nach Sinsheim gebracht. Dort ist der Jet komplett begehbar. Nur 20 Exemplare wurden zwischen 1962 und 1979 konstruiert. Air France und British Airways waren die einzigen Nutzer (je 10 Maschinen) und bestuhlten die Jets mit 100 bzw. 92 Sitzen.
Technik Museum Sinsheim - English Electric Canberra B2, 99+36, c/n R3-EA3-6644, in Sinsheim
Die Canberra war einer der ersten Jets mit Strahltriebwerken und wurde erstmals 1951 für den militärischen Dienst ausgeliefert. Die Version B2 war die erste Serienausführung und für eine 3-Mann-Crew ausgelegt. Die Luftwaffe übernahm 1966 von der Royal Air Force nur drei Maschinen, die als Schleppflugzeuge für Luftschießübungen und beim militärgeographischen Dienst genutzt werden sollten. Die markante orangefarbene Lackierung entspricht dem originalen Zustand. Die 99+36 wurde 1986 als erste außer Dienst genommen, die Schwestermaschinen folgten dann Mitte der 90er Jahre. Sie sind in den Luftfahrtmuseen in Schwenningen und Berlin-Gatow ausgestellt.
Technik Museum Sinsheim - Schleicher Ka-4 Röhnlerche II, D-1876, c/n 3036, in Sinsheim
Bei der Ka-4 handelt es sich um ein von Alexander Schleicher entworfenes doppelsitziges Segelflugzeug, was zwischen 1953 und 1963 in insgesamt 338 Einheiten konstruiert wurde. Die D-1876 flog in Fichtelbrunn auf dem Segelflugplatz der Luftsportgruppe Sulzbach-Rosenberg von Mitte der 50er Jahre bis zum Beginn der 80er Jahre und wurde dann in Sinsheim ausgestellt.
DRF Luftrettung - MBB-Kawasaki BK117, DRF-4, in Sinsheim
Die "DRF-4" ist kein echter Helikopter, sondern ein Nachbau aus Holz (Mock-Up). Die BK117 von Messerschmitt-Bölkow-Blohm flog fast 40 Jahre im Ambulanzdienst in Deutschland. Der ADAC nutzte das Muster ab 1984, der Erstflug erfolgte bereits 1979. Die DRF Luftrettung operiert heute von rund 40 Standorten in Deutschland.
Technik Museum Sinsheim - Mikoyan-Gurevich MiG-23ML, c/n 0390324018, in Sinsheim
Diese ehemalige MiG-23 aus NVA- und Luftwaffe-Beständen fungiert als "Wegweiser" für das Museum Sinsheim. 2024 war der Jet leider unlackiert. Bei der NVA trug die MiG ab 1982 die Registrierung 550, ab 1990 übernahm die Luftwaffe die Maschine als 20+27. Seit 1993 gehört sie zum Technik Museum.
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